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< Herausforderung: Veränderungen managen
12.12.2014 15:57 Alter: 5 yrs
Kategorie: 5-2014, Soziale Verantwortung

Gesetz soll Chefinnenanteil erhöhen

Der Anfang für eine geschlechtergerechte Quote in der Wirtschaft ist gemacht: Die Regierung hat ein Gesetz zur Quotierung der Leitungsebene in Großunternehmen verabschiedet.


Nach jahrelanger Debatte über eine systematisierte Frauenbeteiligung in Führungspositionen werden börsennotierte Unternehmen nun durch das Gesetz verpflichtet, ab 2016 eine Quote von 30 Prozent für das jeweils bisher unterrepräsentierte Geschlecht einzuführen. Bestehende Mandate dürfen zu Ende geführt werden. Beruft ein Konzern keine Frau auf den Aufsichtsratsposten, wird er nicht besetzt.

Die Quote war notwendig geworden, weil die seit 12 Jahren existierende Selbstverpflichtung der Industrie nicht zu einem höheren Frauenanteil geführt hatte, obwohl die Wirtschaft von gemischten Teams in Führungsgremien aber profitiert. Der geringe Frauenanteil war in den letzten Jahren sogar weiter gesunken, auf nur 14 Prozent.

Auch die Leitungspositionen von 3500 weiteren Großunternehmen sollen laut Gesetz quotiert werden ? neben den Aufsichtsräten der 108 börsennotierten, voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen. Die Zielquoten können jene Unternehmen selbst bestimmen, müssen jedoch über die Fortschritte der Erfüllung berichten. Gremien und Behörden des Bundes werden zudem zu 30 Prozent quotiert, ab 2018 sollen es 50 Prozent werden. Das Bundesgleichstellungsgesetz wird angepasst, laut taz gegen den Widerstand von Gleichstellungsbeauftragten und Juristen, die eine weichere Formulierung der "Qualifikation" für den öffentlichen Sektor fordern.

Eine Umsetzung der Quote in den DAX 30 würde bedeuten, dass über 40 der Aufsichtsratposten bis Ende 2015 mit einer Frau neu besetzt werden müssten. Bei den in den letzten 12 Monaten vorgenommenen 81 Neubesetzungen ist nichts dergleichen geschehen, sagt Cosima Kienzle von der Jobbörse Femalemanagers. Da Aufsichtsräte wenig Einfluss auf die operative Geschäftstätigkeit nehmen, werde die Auswirkung der Quote kaum zu spüren sein. Dennoch könne sich fast alles ändern, da mit einem weiblichen Anteil von 30 Prozent sich bereits signifikant die Kultur und Entscheidungsqualität einer Gruppe verändere. Weibliche Entscheider werden sich für die Belange weiblicher Kunden und Mitarbeiter selbstverständlicher einsetzen als männliche. Weibliche Vorbilder können eine selbstbewusstere Generation von weiblichen Fach- und Führungskräften nach sich ziehen und damit eine nachhaltige Veränderung bewirken.

future-Vorstand Sabine Braun hatte bereits vor zwei Jahren die Vorteile einer Frauenquote für die nachhaltige Wirtschaft in ihrem Standpunkt genannt.