future-Newsletter November 2010

07.11.2010

Vaude veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht und tritt Supply Chain Auditierungssystem bei

Einer der führenden Outdoor-Ausstatter Vaude mit Sitz in Tettnang ist auch gleichzeitig einer der engagiertesten ? future konnte schon früher über ihn berichten. Nachzulesen ist sein Engagement im ersten Nachhaltigkeitsbericht des mittelständischen Unternehmens, der im Sommer erschien. Zeitgleich hat Vaude den Beitritt zur Multistakeholder-Initiative "Fair Wear Foundation" beschlossen, die sich für Transparenz und faire Arbeitsbedingungen einsetzt.

Outdoor-Aktivitäten liegen im Trend, Outdoor-Bekleidung ist straßentauglich und beliebt. Da kaum ein Hersteller in westlichen Industrieländern produziert und zahlreiche Chemikalien eingesetzt werden, stehen die Hersteller häufig wegen intransparenter Arbeits- und Umweltbedingungen in der Kritik. Zu den führenden Bergsportmarken in Europa zählt Vaude. Seine Produkte (Kleidung und Ausrüstung für Wandern, Trekking, Radfahren, Segeln und andere Outdooraktivitäten) vertreibt es weltweit. In Deutschland beschäftigt Vaude 450 Mitarbeiter, in den Niederlassungen in Spanien, China und Vietnam 1000. Geschäftsführerin des 1974 von ihrem Vater gegründeten Familienunternehmens ist Antje von Dewitz (v. D. = Vaude): "Wir sind transparent, um nach innen und außen glaubwürdig und nachvollziehbar zu sein und "greenwashing" zu vermeiden. Das sind unsere inneren Werte, dafür stehe ich persönlich, dafür steht dieser Nachhaltigkeitsbericht", schreibt sie im Vorwort desselben, erschienen in diesem Sommer.

Zu den besonderen sozialen Leistungen des Unternehmens gehört das Vaude-Kinderhaus am Sitz der Verwaltung in Obereisenbach, in dem etwa 30 Kinder betreut werden und das öffentliche Freibad, das Vaude vor der Schließung rettete und es selbst weiter betreibt. Vaude wurde zudem 2008 als erstes europäisches Outdoor-Unternehmen EMAS- und ISO 14001 zertifiziert. Seit 2001 arbeitet Vaude mit bluesign technologies AG zusammen, einer Organisation, die mit dem inzwischen offen gelegten gleichnamigen bluesign-Standard für verlässliche Informationen in der gesamten textilen Liefer- und Produktionskette (Supply Chain) sorgen will. Langfristig sollen sämtliche Produkte nach dem bluesign-Standard für Environment-Health-Safety hergestellt werden. Für alle Lieferanten hat Vaude einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) aufgestellt, der faire Bedingungen vorschreibt, ein Quality Control Team macht regelmäßig auch unangekündigte Besuche in den Produktionsstätten, durch gründliche Kapazitätsplanung sollen saisonal bedingte Belastungen durch Überstunden vermieden werden. In der eigenen Produktionsstätte in Huade liegt der Lohn 10 Prozent über dem dort üblichen, in Vietnam zahlt Vaude ein 14. Monatsgehalt (= 15 % mehr als normaler Lohn), einige Lieferanten sind nach SA 8000 oder WRAP (worldwide responsible accredited production) unabhängig zertifiziert.

Zeitgleich mit der EMAS-Umweltprüfung im Sommer entschloss ich Vaude, der Multistakeholder-Initiative (MSI) "Fair Wear Foundation" (FWF) beizutreten. Die FWF, fairwear.org, ist eine unabhängige Organisation mit Sitz in Amsterdam, die sich für Transparenz und faire Arbeitsbedinungen in der Textilbranche einsetzt ? im Sommer war ebenfalls der bekannte Outdoor-Ausstatter Jack Wolfskin beigetreten. Zur Zeit arbeite Vaude einen Arbeitsplan aus, der darlegt, wie das Unternehmen die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten überwacht und Verbesserungen umsetzen will. "Wir rechnen mit der Annahme und dem offiziellen Beitritt zur FWF noch vor Ende des Jahres", sagte uns der Vaude-Pressesprecher Benedikt Tröster. "Unsere Entscheidung zum Beitritt der FWF hat sich relativ lange hingezogen. Erste Überlegungen gab es schon 2009. Wir wollten aber nicht vorschnell einfach einem Verband beitreten wollten, um uns eine "weiße Weste" zu erkaufen." Um die Anforderungen der FWF zu erfüllen, sind im Zuge des Working Plan z.T. erhebliche Anforderung an die Dokumentation und Prozesse zu machen. "Die Entscheidung VAUDEs noch im Jahr 2010 beizutreten freut uns sehr! Damit haben wir ein weiteres verantwortungsvolles Unternehmen gewonnen, das seine Verpflichtung für soziale Gerechtigkeit sehr Ernst nimmt" kommentiert Erica van Doorn, die Direktorin der FWF. (rb)

Nachhaltigkeitsbericht als PDF

 

www.vaude.de

www.fairwear.org

www.bluesign.com