News

22.04.13

Berichtspflicht zum Nachhaltigen Wirtschaften

 

Am 16. April hat die EU-Kommission einen Vorschlag vorgelegt, der für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern die Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtend vorschreibt.

Dem Vorschlag zufolge müssten Gesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern relevante Angaben zu ökologischen und sozialen Aspekten offenlegen. Dabei ist kein umfassender Nachhaltigkeitsbericht gefordert, sondern kompakte Informationen, welche die erwartete Transparenz zur Leistung des Unternehmens in Sachen Nachhaltigkeit bzw. CSR ermöglichen.

Der Vorschlag der Kommission macht keine konkreten Vorgaben zu spezifischen Kriterien oder Indikatoren, zu denen die Unternehmen berichten sollen. Vielmehr wird ihnen ein Ermessensspielraum eingeräumt, wie sie die jeweils relevanten Aspekte erheben und berichten. Beziehen sich Unternehmen bereits auf ein bestimmtes Kriteriensystem, wie z.B. den Global Compact, den GRI-Guidelines oder auch den Deutschen Nachhaltigkeitskodex, so soll sich auch die EU-konforme Berichterstattung darauf stützen können.

Der Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE) begrüßt den Kommissions-Vorschlag und misst dabei vor allem der Transparenz gegenüber Investoren und dem Kapitalmarkt eine große Bedeutung bei. In einem Beitrag für die CSR-News äußern sich future-Vorstand Sabine Braun und future-Geschaftsführer Dr. Udo Westermann kritisch dazu. Durch eine gesetzliche Verpflichtung zur Berichterstattung drohe ein Qualitätsverlust, weil der Maßstab möglicherweise nach unten gedrückt werde. Insbesondere für mittelständische Unternehmen sei die Freiwilligkeit bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung sehr wichtig.

Anfang Februar hatte der Deutsche Bundestag einen Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung einer Berichtspflicht auf nationaler Ebene (Antragstitel: „Transparenz für soziale und ökologische Unternehmensverantwortung herstellen“) abgelehnt.