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< Be.st(e) Nachhaltigkeit für Unternehmen
11.12.2002 14:23 Alter: 18 yrs
Kategorie: Projekte

Nachhaltigkeitscheck für Haushalte

Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in Hannover bemühen sich im Moment 21 Haushalte darum, ihren Konsum an Kriterien einer Nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Sie werden dabei betreut vom Agenda-Büro der Stadt und der örtlichen future-Dependance.


Nachhaltige Entwicklung bedeutet eine weitgehende Neuorientierung, in der Produktion von Waren und Dienstleistungen, aber auch bei ihrem Konsum. Und verweisen nicht gern Hersteller von weniger umweltfreundlichen Gütern darauf, dass es keine Nachfrage für ökologisch korrekte Varianten gäbe? Damit dieser Einwand nicht länger greift, sollen Verbrauchern klare Kriterien an die Hand gegeben werden, Produkte und Dienstleistungen auf ihren Nachhaltigkeitsgehalt hin zu prüfen und ihre Marktmacht in Form einer entsprechenden Nachfrage zu entfalten.

 

Zielsetzung

Dies geschieht in Hannover jetzt in 21 ausgewählten Haushalten. Sie sollen, beraten durch das future-team des Regionalbüros ihre alltäglichen Konsumgewohnheiten auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüfen. Doch wodurch zeichnet sich nachhaltiger Konsum aus? Die Antwort auf diese Frage wollen die Beteiligten am Ende in Form einer übersichtlichen Checkliste liefern. Sie soll einen Nachhaltigkeitscheck für private Haushalte bieten, der einfach anzuwenden ist. Als theoretische Grundlagen wird das Konzept des ?ökologischen Fußabdrucks? (Prof. Ries) eingesetzt, mit dem der Ressourcenverbrauch eines Landes oder auch eines Haushalts bemessen und mit anderen verglichen werden kann.

 

Eine Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda 21 für die Stadt Hannover hat den groben Rahmen für das Projekt bereits abgesteckt: Als allgemeines Anforderungsprofil an nachhaltige Produkte formuliert ein Ergebnispapier: ?Güter und Dienstleistungen für einen nachhaltigen Konsum haben insbesondere folgende Eigenschaften:

 

* Sie sind material- und energiesparend gestaltet.

* Die Gebrauchsgüter sind langlebig, aufrüstbar und reparierbar und ihre Materialien und Komponenten können für Produkte vergleichbarer Qualität und/oder Funktion weiterverwendet werden.?

 

Als Ziel einer Kampagne zur Entwicklung des Nachhaltigkeitschecks für private Haushalte benennt das Papier, dass ?einerseits Information über eine nachhaltige Haushaltsführung an diese Zielgruppe? herangetragen werden soll. Andererseits verspricht man sich, Informationen über das Konsumverhalten und die Motivationen der Bürger zu bekommen.

In diesem Sinn wollen die Projektbeteiligten unter Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien in den qualifizierten Dialog mit Produzenten eintreten, um zusätzliche Informationen über Produzenten und Produkt zu erhalten. Die Verbraucher können so wesentliche Aspekte nachhaltiger Produkte und ihrer persönlichen Lebensweise bewusster erleben und die Produzenten erfahren eine neue Qualität der Kommunikation mit dem Endkunden.

 

Projektphasen

Das Projekt soll in drei Phasen ablaufen:

 

* Interessierten Akteuren werden bestehende Nachhaltigkeitschecks präsentiert und eine Anleitung zur Durchführung im eigenen Haushalt gegeben.

* Mit Akteuren, den 21 Haushalten für Nachhaltigkeit oder anderen Interessierten wird eine Anleitung zur Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Konsumprodukte in ausgewählten Bereichen entwickelt und erprobt.

* Parallel dazu werden Produzenten besucht, die bereits nachhaltige Produkte herstellen, beziehungsweise die über eine Nachhaltigkeitsberichterstattung verfügen. Im Dialog mit den Produzenten sollen Ideen gesammelt werden, wie Konsumenten die Vorteile nachhaltiger Produkte für sich erfahren können. Es sollen exemplarisch Angebote aus den Konsumbereichen Reisen/Freizeit/Mobilität, Ernährung, Möbel, Kleidung dargestellt und untersucht werden.

* Aus den Erfahrungen wird eine Anleitung zur Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für den eigenen Konsum oder den des eigenen Haushaltes erstellt mit der Möglichkeit zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Produkten.

 

Wesentliches Ergebnis des Projekts soll der lebendige Dialog zwischen Produzenten und Verbrauchern sein. Dieser wird gestützt durch die im Projekt von den Akteuren entwickelten und erprobten Materialien, die auch Interessenten über die Grenzen Hannovers hinaus zur Verfügung gestellt werden können.

 

future-Büro Hannover, Roland Schaeling,

Kestnerstraße 45a, 30159 Hannover,

Fon: 0511/288795-30, Fax: -39,

hannover@future-ev.de