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< Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltige Entwicklung
23.06.2014 13:49 Alter: 6 yrs
Kategorie: 3-2014, Soziale Verantwortung

Gesetzentwurf für gleichberechtigte Teilhabe an Führungspositionen

Bei der Frauenquote wird es konkret: Die Ministerin für Frauen, Familie, Senioren und Jugend und der Justiz- und Verbraucherminister präsentieren einen Gesetzentwurf, der wenige große Unternehmen zu festen Geschlechterquoten in Führungspositionen verpflichtet, aber auch staatliche Beteiligungsunternehmen und Gremien wie die Wirtschaftsweisen betrifft.


Logo Gesetzentwurf Frauenquote

Mindestens 30 Prozent beträgt die Quote in Aufsichtsräten von börsennotierten und mitbestimmungs-pflichtigen Unternehmen ? für beide Geschlechter. Erfüllt sein muss sie bis 2016, wenn nicht, wird der entsprechende Sitz im Aufsichtsrat nicht besetzt, bis dafür eine Frau gefunden ist.So könnte es sein, wenn der Entwurf für ein Quotengesetz Realität wird.

Etwa 100 Unternehmen wären davon betroffen, sie müssten 174 Frauen für die Spitzenpositionen finden. Darüber hinaus sieht der Entwurf für 3500 Unternehmen eine selbst gesetzte Quote vor, wenn diese entweder börsennotiert oder mitbestimmungspflichtig sind. Die Unternehmen sollen zur Veröffentlichung der erreichten, selbst gewählten Quote verpflichtet werden. Daneben sind Ziele für Aufsichtsräte, Vorstände und zwei darunterliegende Leitungsebenen verlangt.

Nicht betroffen sind Stiftungsunternehmen wie Bertelsmann und die so genannten S.E., europäische Gesellschaften wie Allianz oder BASF ? der Entwurf sieht für sie eine Sollbestimmung vor.

Bisherige freiwillige Selbstverpflichtungen für eine 30-Prozent-Quote hatten die Unternehmen nicht erfüllt. Das Quotengesetz gilt in besonderer Weise auch für Unternehmen, an denen der Bund mit mehr als 50 Prozent beteiligt ist, wie etwa die Deutsche Bahn. Dort müssen wie im öffentlichen Dienst Gleichstellungspläne erfüllt werden. "Zudem sollen sämtliche vom Bund beauftragte Gremien zu 50 Prozent mit Frauen besetzt werden. Das beträfe etwa auch den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die berühmten fünf Weisen, die gerade von der einzigen dort tätigen Wissenschaftlerin, Beatrice Weder di Mauro, verlassen wurden. Bisher erreichen die Bundesgremien durchschnittlich einen Frauenanteil von etwa 23 Prozent, ließ das Ministerium wissen", schreibt die taz.

Schon am 13. August will die Ministerin das Gesetz im Kabinett verabschieden, wenn sich bis dahin die Ministerien und die Verbände darauf geeinigt haben. In seinem Standpunkt Frauenquote: Jetzt macht's endlich! hat future auch für die Quote als Element der Nachhaltigkeit plädiert.