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27.04.2014 14:08 Alter: 6 yrs
Kategorie: 2-2014, Soziale Verantwortung

Studie zu Mobbing und Cybermobbing am Arbeitsplatz

Mobbing und Cybermobbing nimmt zu ? auch am Arbeitsplatz. Das ist das Fazit der vom Bündnis gegen Cybermobbing und der ARAG gemeinsam durchgeführten Studie "Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen".


Die Studie befasst sich mit Ausmaß, Formen, Reaktionen, Folgen und Prävention zu Mobbing und Cybermobbing in Deutschland. Befragt wurden mehr als 6200 Personen, die älter als 18 Jahre waren. Die Umfrage zeigt, dass diese beiden Themen von den Deutschen als stark zunehmendes gesellschaftliches Problem wahrgenommen werden und insbesondere die Arbeitswelt zunehmend davon betroffen ist. 28 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, bereits Opfer von Mobbing gewesen zu sein und 8 Prozent Opfer von Cybermobbing. Frauen sind besonders häufig von Übergriffen betroffen: 33 Prozent der befragten Frauen gaben an, schon einmal Ziel von Mobbing gewesen zu sein.

Im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis standen 72 Prozent der Mobbingattacken bei Erwachsenen. Nach Ansicht der befragten Opfer sind Neid und starre Hierarchien die häufigsten Ursachen für Mobbing und Cybermobbing im Arbeitsumfeld. Fast jeder dritte Täter gibt in der Studie an, aus Spaß gehandelt zu haben, also ohne einen tatsächlichen Tathintergrund. Vorgesetzte sind laut Studie in über der Hälfte der Mobbingfälle am Arbeitsplatz als Täter oder Mittäter beteiligt.

Krank durch Cybermobbing

Die oftmals schweren Folgen können sich auf die physische wie psychische Gesundheit der Opfer sowie auf ihr privates und berufliches Umfeld erstrecken ? und im äußersten Fall zu einer existentiellen Notlage führen. Fast 50 Prozent der Betroffenen von Mobbing und Cybermobbing klagen über Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen. Extremausprägungen sind schwindendes Selbstwertgefühl, Zwangsstörungen sowie die Flucht in Alkohol oder andere Suchtmittel. Mehr als jedes zehnte Opfer stuft sich sogar als suizidgefährdet ein. Aus Scham oder vermeintlicher Ohnmacht suchen sich die Betroffenen trotz eines hohen Leidensdrucks oft keine oder erst sehr spät Hilfe. 23 Prozent der Befragten lassen die Angriffe ohne jegliche Reaktionen über sich ergehen.

Wirtschaftliche Folgen und fehlende Prävention

Mobbing und Cybermobbing haben auch wirtschaftliche Auswirkungen: Davon Betroffene weisen jährlich fünf bis sechs Krankheitstage mehr auf als nicht belästigte Kolleginnen und Kollegen. Die mit Mobbingvorfällen direkt verbundenen Krankheitsfolgekosten für deutsche Unternehmen belaufen sich auf zirka drei Milliarden Euro im Jahr.

Dennoch scheinen die Unternehmen in Deutschland die Dringlichkeit der Problematik noch nicht erkannt zu haben, folgern die Initiatoren aus den Antworten. Nur in den wenigsten Fällen bieten Arbeitgeber Präventionsmaßnahmen an, obwohl die durch Mobbing und Cybermobbing entstehenden Fehlzeiten und Ausfälle und die damit verbundenen Kosten so hoch sind.