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14.12.2013 10:17 Alter: 6 yrs
Kategorie: 5-2013, Ökologische Verantwortung

Carsharing wird immer attraktiver

Mit StattAuto Berlin hat vor 25 Jahren die Erfolgsgeschichte des Autoteilens (Carsharing) in Deutschland begonnen. Im Jubiläumsjahr steigen die Nutzerzahlen vor allem für die neuere, ?flexible? Variante der gemeinsamen Autonutzung.


Nach Angaben des  Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nutzten Anfang 2013 rund 453 000 Menschen in ganz Deutschland Carsharing. Das bedeutet fast eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Dabei geht der Zuwachs vor allem auf die starke Nutzung des flexiblen Carsharings und die Kombination verschiedener Angebote zurück.

Die Umweltverträglichkeit des klassischen Modells

In der klassischen Variante teilen sich mehrere Personen die Fahrzeuge eines Anbieters. Unterschiedliche Autotypen stehen an verschiedenen Standorten bereit und können nach Bedarf und Einsatzzweck per Telefon oder Internet gebucht werden. Zugang zum gebuchten Fahrzeug bekommt man jederzeit über spezielle Schlüsseltresore am Parkplatz oder elektronische Kartensysteme. Die Carsharing-Gesellschaft kümmert sich um Reinigung, Wartung, Instandsetzung und Versicherung der Autos. Abgerechnet wird in der Regel einmal im Monat.

Für gewerbliche Kunden gibt es in der Regel besondere Tarife. Ihnen bietet Carsharing die Möglichkeit den eigenen Fuhrpark flexibel zu ergänzen und nur die tatsächlich benötigte Mobilitätsdienstleistung einzukaufen.

Geht man davon aus, dass beim herkömmlichen, stationsgebundenen Carsharing zwischen 10 und 15 Personen sich ein Auto teilen, so liegen die Vorteile aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes auf der Hand. Energie und Rohstoffe für die nicht benötigten Fahrzeuge werden eingespart. Ihre Emissionen ebenfalls.

Neue, flexible Modelle

Dass die Ökobilanz auch für neuere Carsharing-Modelle, wie beispielweise DriveNow in Berlin auch so positiv ausfällt, darf bezweifelt werden. Bei dieser Variante muss das genutzte Fahrzeug nicht wieder an den Ausgangspunkt der Fahrt zurückgebracht werden. Das macht das System  sehr flexibel, führt aber möglicherweise zu einer Zunahme der Autonutzung. Da es bislang keine wissenschaftliche Aussage darüber gibt, ob diese Form des Carsharing zu einer umweltfreundlicheren Mobilität führt, werden derzeit verschiedene Forschungsvorhaben dazu durchgeführt.  Das Öko-Institut untersucht die Frage beispielsweise gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung in einem zwei Jahre dauernden Projekt.

Einen Überblick über weitere Studien gibt das Informationsangebot des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Daraus geht hervor, dass sich der PKW-Besitz von Carsharing-Nutzern durchaus reduziert und dies gelte auch für das nicht-stationsgebundene Modell. Laut einer Studie der European Business School (EBS) haben 23,5 Prozent der Nutzer von flexiblem Carsharing zumindest den Fahrzeugbestand in ihrem Haushalt reduziert.

Perspektiven der Autonutzung

Mit Blick in die Zukunft, insbesondere auch im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen, setzen die Experten auf ein neues Mobilitätsbewusstsein und ?verhalten der jungen Menschen in Deutschland. Danach wird das Auto als Statussymbol unwichtiger, eine flexible Mobilität unter Nutzung verschiedener Verkehrsmittel immer attraktiver, beispielsweise in der Kombination Carsharing und öffentlicher Nahverkehr. VW-Chef Martin Winterkorn sprach anlässlich der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) sogar von einem ?fundamentalen Wertewandel?.

Dass dieser jedoch ?von selbst? zu einer nachhaltigeren Mobilität führen werde, davon ist nicht auszugehen. So weist das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) in Berlin auf der Basis eigener Studien darauf hin, dass ?ein Wandel von Mobilitätsmustern junger Menschen möglich ist, aber kein Selbstläufer sein wird?.