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< Berichtspflicht zum Nachhaltigen Wirtschaften
24.04.2013 10:52 Alter: 9 yrs
Kategorie: 2-2013, Verantwortliche Unternehmensführung

W3-Indikatoren sollen Wohlstand messen

Die Steigerung der Wirtschaftsleistung soll kein Selbstzweck mehr sein, darin sind sich die Mitglieder der Enquetekommission ?Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität? des Bundestags einig.


Die beteiligten 17 Abgeordneten und 17 Wissenschaftler diskutierten die Möglichkeiten, wie das am quantitativen Wachstum ausgerichtete Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Messgröße für Wohlfahrt weiterentwickelt und um ökologische und soziale Aspekte ergänzt werden kann. Herausgekommen ist nach 28 Monaten Gremienarbeit kein einfaches Modell.

Die Kommission schlägt ?W3-Indikatoren? zur Wohlstandsmessung vor: Im Rahmen dieses Modells sollen neben dem ?materiellen Wohlstand? auch die Dimensionen ?Soziales und Teilhabe? sowie ?Ökologie? künftig Auskunft geben, wie es um die Lebensqualität steht. Diese drei Kriterien werden wiederum über zehn ?Leitindikatoren? wie beispielsweise BIP, Einkommensverteilung, Beschäftigungsniveau, Emissionen von Treibhausgasen oder Artenvielfalt sowie über neun ?Warnlampen? und eine ?Hinweislampe? gemessen. Bei Letzteren geht es etwa um den Standard bei der Weiterbildung oder der Arbeitsqualität. Die Kommission will im Bundestag durchsetzen, dass sich Parlament und Regierung künftig regelmäßig mit der Entwicklung der Wohlfahrt auseinandersetzen. Die Fraktionen von Union, SPD und FDP betonten, mit Hilfe des neuen Modells würden Ökologie und Nachhaltigkeit in die Messung von Lebensqualität integriert. Die Linke und die Grünen kritisierten das Konzept als zu kompliziert. Dennoch fand der Abschlussbericht einhellig Zustimmung bei den Fraktionen, abweichende Auffassungen wurden in zahlreichen Sondervoten zu dem rund 1000 Seiten starken Dokument festgehalten.