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24.02.2013 18:32 Alter: 10 yrs
Kategorie: 1-2013, Verantwortliche Unternehmensführung

Chancen durch Nachhaltigkeitsmanagement noch zu wenig genutzt

Zu den Strategien und Zielen, die sich deutsche Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit geben, gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Das lässt sich dem ?Corporate Sustainability Barometer 2012? und einer aktuelle Studie von GUTcert entnehmen.


Bei ihrer Untersuchung von 27 Nachhaltigkeitsberichten, die am Ranking von IÖW/future teilgenommen haben, hat die Umweltgutachter- und Zertifizierungsgesellschaft GUTcert viel Fassade und wenig Substanz festgestellt. So stünden beispielsweise Umweltfreundlichkeit und Sicherheit der Produkte bei der Hälfte der Unternehmen gar nicht auf der Agenda. Auch die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter gehöre für viele Berichtende offenbar nicht zu einer überlegten Nachhaltigkeitsstrategie.
GUTcert bewertete die Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen anhand von 81 eigenen Indikatoren. Dazu analysierte man in einem vierstufigen Verfahren, ob und wie die Unternehmen zu den Indikatoren Ziele vorgeben und diese mit konkreten Maßnahmen versehen und umsetzen. Außerdem wurde ein Augenmerk darauf gelegt, ob die Unternehmen die Zielerreichung fortlaufend überprüften und ihre Nachhaltigkeitsstrategie entsprechend anpassten.

Als weiteres Defizit stellt die Studie fest, dass die Unternehmen in ihrer Kommunikation wichtige Anspruchsgruppen nicht über ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen informieren. Zu kurz kommen dabei insbesondere die Mitarbeiter, zehn der 27 Unternehmen hätten die Anwohner an ihren Unternehmensstandorten nicht berücksichtigt. Im Branchenüberblick erreicht die Chemie- und Pharmaindustrie mit 71 Prozent die höchste Punktzahl im GUTcert-Ranking. Schlusslicht ist die Tourismusbranche mit 53 Prozent. Den Einzelsieg trug die Deutsche Telekom davon.

Insgesamt lassen sich große deutsche Unternehmen wirtschaftliche Vorteile entgehen, die durch eine dezidierte Ausrichtung am Leitbild der Nachhaltigkeit entstehen. Das zeigt eine Studie des Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg. Für ihr aktuelles ?Corporate Sustainability Barometer? haben die Wissenschaftler 152 der umsatzstärksten deutschen Unternehmen aller Branchen befragt.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass erhebliche Defizite in der Einbindung von Rechnungswesen und Controlling in die Nachhaltigkeitsstrategien bestehen. Außerdem wird der Auseinandersetzung mit den Stakeholdern zwar eine mehr oder weniger große Bedeutung beigemessen, aber ein systematischer Dialog findet kaum statt.