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< Altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung
01.06.2014 09:15 Alter: 6 yrs
Kategorie: 3-2014, Soziale Verantwortung

Industrie 4.0 verändert Personalmanagement und Arbeitsorganisation

Das Internet und moderne Technologien prägen unter dem Stichwort Industrie 4.0 zunehmend die Produktion in Fabrikhallen. Die Digitalisierung hat Folgen für Unternehmen und Arbeitswelt.


Google Glass und fahrerlose Autos sind Entwicklungen, die zukünftig menschliches Versagen weitgehend ausschließen sollen ? auch am Arbeitsplatz. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Produktion verändern sich auch die Bedingungen für das Personalmanagement von Unternehmen. Das zeigte sich auf der Messe Personal2014 Süd in Stuttgart Ende Mai.

Weniger oder mehr Personal?

Ob die neue Industrie 4.0 überhaupt zu Personalabbau führen wird, scheint noch nicht entschieden. ?Durch Tablet-Bedienung oder die Datenbrille entstehen mehr Kapazitäten ohne Leute. Beschäftigte müssten dann mehr IT-Kenntnisse mitbringen ? Lagerarbeiter haben dann keine Chance mehr?, zeigte sich Eduard Altmann, Chefredakteur Fachzeitung Produktion, überzeugt. ?Doch wer trifft Entscheidungen bei Unsicherheit?, hielt Roetger Sander von der Academy Weidmüller dagegen. ?Man braucht höhere Flexibilität um schneller auf Kundenwünsche einzugehen. Ingenieure und Techniker müssen stärker interagieren. Das führt vielleicht auch zu mehr Personal.?

Qualifizierung für Industrie 4.0

Für das Personalmanagement ergeben sich dadurch neue Aufgaben. Gleichwohl lassen die Human-Resources-Fachleute die Entwicklung hin zur Industrie 4.0, in der Maschinen, Betriebsmittel, Lagersysteme und die Mitarbeiter zukünftig softwaregestützt in Echtzeit miteinander kommunizieren sollen, häufig links liegen. ?In unseren Arbeitskreisen haben wir noch keinen einzigen Personaler gesehen?, sagte Dr. Constanze Kurz vom Vorstand der IG Metall auf dem Messepodium. Dabei gebe es viele Fragen, etwa wie eine Qualifizierung aussehen könne oder wie die Arbeitsorganisation neu zu gestalten sei. ?Die Systeme können Befähiger oder Enteigner sein. Klar ist, der Mensch soll im Mittelpunkt stehen. Aber wie kommt er da hin??, so Kurz.

Neue Arbeitsorganisation

Auch die Arbeitsorganisation steht im Zuge von Industrie 4.0 vor einer Revolution. Denkbar ist offensichtlich nicht nur die Rückkehr von Betriebswohnungen an den Fabrikstandort. ?Mitarbeiter müssen nah wohnen, da sie aufgrund der hohen Flexibilitätsanforderungen jederzeit einsatzbereit sein sollten, aber in Zeiten von Leerlauf nach Hause geschickt werden?, so Sander. Ein mögliches Szenario sei auch der Bereitschaftsdienst in Freizeiteinrichtungen wie dem Schwimmbad. ?Über die Apps sollten mehrere Mitarbeiter angesprochen werden, so dass der einspringt, der das gerade am ehesten machen kann?, regte Altmann an.