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05.11.2014 13:29 Alter: 5 yrs
Kategorie: 5-2014, Ökologische Verantwortung

Klimaschutz als Weltbürgerbewegung ? mit Unternehmen als Akteure

Ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) fasst den Stand der Dinge beim Klimawandel zusammen und schlägt eine Doppelstrategie zur Bewältigung vor. Dabei findet auch future Erwähnung.


Titelbild des WBGU-Sondergutachtens Klimaschutz als Weltbürgerbewegung

?Der 5. Sachstandsbericht des IPCC hat unmissverständlich klar gemacht: inakzeptable Klimafolgen werden sich jenseits der 2°C?Klimaschutzleitplanke häufen. Diese Risiken können nur vermieden werden, wenn bis spätestens 2070 die globalen CO2-Emissionen auf Null sinken,? sagt der Co-Vorsitzende des WBGU, Hans Joachim Schellnhuber. Das Gutachten beschreibt, dass jedes Land, jede Kommune, jedes Unternehmen und jeder Bürger individuell ?die Null schaffen? müssen, wenn die Welt als Ganzes klimaneutral werden soll. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die 2°C-Klimaschutzleitplanke nur gehalten werden kann, wenn zahlreiche Länder ? insbesondere die reichen OECD-Staaten ? schon deutlich früher ihre Emissionen senken.

Dirk Messner, Co-Vorsitzender des WBGU, betont, dass gesellschaftliche Akteure immer wichtiger werden, "um einen ambitionierten Klimaschutz sicherzustellen?. In dem Gutachten wird die Bandbreite der Initiativen aufgezeigt, die bereits jetzt für Klimaschutz sensibilisieren und mobilisieren. Ein Beispiel ist die von Universitäten ausgehende Divestitionsbewegung in den USA gegen die Förderung fossiler Energien: Unternehmensbeteiligungen aus dem fossilen Sektor werden zunehmend abgezogen, um nach Möglichkeit in nachhaltigeren Anlagen investiert zu werden.

Verbraucher sollten nicht nur durch ihr Anlageverhalten Klimaschutz mitgestalten, sondern auch gezielt klimaschädliche Waren boykottieren oder klimaverträgliche Waren kaufen, so WBGU-Mitglied Ellen Matthies. Auch ein öffentliches Beschaffungswesen nach ökologischen Kriterien kann einen wichtigen Beitrag leisten und nicht zuletzt hat die Privatwirtschaft erhebliches Potenzial klimaverträgliche Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. ?Bei all diesen Initiativen übernimmt die Gesellschaft selbst Verantwortung, sie kann auf diese Weise internationale Klimadiplomatie ergänzen und wiederbeleben?, so WBGU-Mitglied Claus Leggewie.

Jedoch setzt auch der WBGU auf internationale Vereinbarungen im Rahmen der Vereinten Nationen. Das Gutachten empfiehlt deshalb, das neue globale Klimaschutzabkommen als rechtsverbindliches Protokoll zur UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) auszugestalten und die 2°C-Leitplanke ebenso wie ein konkretes Zieljahr für das vollständige Herunterfahren der CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern zu verankern. Darüber hinaus sollten in dem Abkommen die Vertragsstaaten dazu verpflichtet werden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen und die Rechenschaftspflicht gegenüber der Bevölkerung durch eine erleichterte Teilhabe von Nichtregierungsorganisationen am Verhandlungsprozess festzuschreiben. Auch sollte Sachwaltern des Klimaschutzes Klagerechte in Form von Verbandsklagen gewährt werden. Zudem sollte die Transparenz mittels eines Rechts auf Information verbessert werden.

Im Gutachten findet im Kapitel 4.5.4 zu den privatwirtschaftlichen Akteuren auch future Erwähnung. Dort heißt es: "In Deutschland sind Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und mit unterschiedlicher Größe sowie Internationalität in klima- und umweltschützenden Netzwerken und Zusammenschlüssen aktiv. Beispiele sind Econsense, die seit 30 Jahren aktive Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e.V.) und der v. a. für kleine und mittelständische Unternehmen gegründete Verein future."

Die deutsche Ausgabe des Gutachtens können Sie auf den Seiten des WBGU als pdf herunterladen oder als gedrucktes Buch bestellen.