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05.09.2014 16:25 Alter: 6 yrs
Kategorie: 4-2014, Verantwortliche Unternehmensführung

Medienanalyse: Wirtschaftsthemen nicht nachhaltig

Ein Dilemma nachhaltigen Wirtschaftens: Noch orientieren sich zu wenig Verbraucher an ökologischer und sozialer Gerechtigkeit. Die so genannten Leitmedien könnten das ändern, wenn sie mehr darüber berichten würden, stellt eine Studie fest.


Titelbild der Medienanalyse des Denkwerks Zukunft

Zwar nehmen Wirtschafts- und Finanzthemen in der Berichterstattung der Medien breiten Raum ein. Doch nur selten wird dabei über natürliche Ressourcen, Umwelt und nicht zuletzt Menschen geschrieben. Das ist das Fazit einer Medienanalyse des Denkwerks Zukunft. Gegenstand der nicht repräsentativen Untersuchung waren für die Dauer vom 1. April bis zum 30. Juni die vier Tageszeitungen BILD, Süddeutsche Zeitung (SZ), Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und Bonner General-Anzeiger (GA) sowie das Wochenmagazin Der Spiegel.

Das Ergebnis: Mit Ausnahme der Bild-Zeitung, die allerdings kaum Wirtschaftsthemen behandelt, waren vor allem die Tageszeitungen betont wirtschaftslastig. Im Durchschnitt aller ausgewählten Medien kamen im Untersuchungszeitraum auf einen Bericht zum Thema Nachhaltigkeit sieben Berichte über allgemeine Wirtschafts- und Finanzaktivitäten. Die wirtschaftsorientierteste Zeitung war die FAZ, in der das Verhältnis 19:1 betrug. Ihr folgten die SZ mit 9:1, der GA mit 5:1, der Spiegel mit 2:1 und BILD mit 1:1.

Wirtschaftsthemen werden aber nicht nur breit aufbereitet, sondern in der Regel auch positiv konnotiert, stellen die Autoren der Studie fest. Die Ambivalenz wirtschaftlicher Aktivitäten werde nur selten deutlich. Zumeist gelte Wirtschaftswachstum als gut, auch wenn es zu einer Erhöhung der Schadstoffbelastung, einer zusätzlichen Versiegelung der Böden oder zu einer Überforderung der Menschen beiträgt. Wenn überhaupt wird von solchen Folgen sehr viel knapper und oft ohne unmittelbare Bezugnahme zu ihren Ursachen berichtet.

Häufig bekämen Leser innerhalb einer Printausgabe widersprüchliche Signale. Dies mache es ihnen fast unmöglich, Zusammenhänge beispielsweise zwischen Art und Umfang von Wirtschaftsaktivitäten und deren Folgen für Natur, Umwelt, Mensch und Gesellschaft herzustellen, bedauern die Autoren.

Um Nachhaltigkeitsthemen mehr Geltung zu verschaffen, sollten Medien Rubriken für Nachhaltigkeit einrichten, empfiehlt die Studie, Nachhaltigkeitsaspekte sollten in die allgemeine Wirtschaftsberichterstattung integriert werden. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass Journalisten über Fachkenntnisse im Bereich Nachhaltigkeit und eine gewisse Sensibilität für Nachhaltigkeitsthemen verfügen.