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02.06.2014 08:39 Alter: 6 yrs
Kategorie: 3-2014, Ökologische Verantwortung

Der Einfluss der Umwelt auf die Gene

Wie Umwelt und Genetik die menschlichen Erbanlagen beeinflussen, dazu liegt jetzt erstmals eine europäische Studie vor.


Die Graphik zeigt verschiedene Histonmodifikationen einer zufällig ausgewählten Region des Genoms von je drei Laborratten mit einem aktivierten Gen und einem nicht aktivierten Bereich (rot). (Graphik: Christin Mieth/Copyright: MDC)

Seit langem diskutiert die Wissenschaft darüber, wie groß der Einfluss der Umwelt auf die Gene ist. Ein europäisches Konsortium (EURATRANS) unter Leitung von Prof. Norbert Hübner vom Max-Delbrück-Centrum (MDC) ging erstmals den umgekehrten Weg: Die Wissenschaftler erforschten, inwieweit bestimmte genetische Veranlagungen die Genregulation beeinflussen und versuchten so zu erklären, warum bestimmte Umwelteinflüsse unterschiedlich wirken. So erhöht Salz bei manchen Menschen den Blutdruck stark, bei anderen nicht.

Obwohl alle menschlichen Zellen dieselbe genetische Ausstattung haben, sind in den unterschiedlichen Zelltypen aber unterschiedliche Gene aktiv oder inaktiv. Wie die Gene gesteuert werden, wird seit langem intensiv erforscht. In diesem Zusammenhang ist vor einigen Jahren ist ein neuer Begriff in der Genetik aufgekommen: die Epigenetik. Epigenetische Faktoren sind das Bindeglied zwischen Genen und Umwelt, sie regulieren die Aktivität von Genen, ohne dabei die Abfolge der Genbausteine zu verändern. Durch Epigenetik versucht man zu erklären, warum sich schnell verändernde Umweltbedingungen wie z.B. in der Ernährung sich schon innerhalb weniger Generationen unterschiedlich auswirken (Allergieanfälligkeiten etc.), während genetische Anpassungen normalerweise wesentlich länger dauern.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von ihrer Arbeit, dass dadurch die Anfälligkeit für Krankheiten besser erkennbar wird. Die öffentlich zugänglichen Datensätze sollen dazu beitragen, Genvariationen zu erkennen, die auf eine Anfälligkeit für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen hindeuten. Zudem zeigten sie einen neuartigen Weg, Verbindungen zwischen genetischer Ausstattung (Genotyp) und Umwelt (Erscheinungsbild Phänotyp) aufzudecken.