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< Mehr Anstrengungen für Nachhaltigkeit nötig
17.12.2015 14:36 Alter: 4 yrs
Kategorie: Ökologische Verantwortung, 5-2015

Ergebnisse des Pariser Klimagipfels

Die UN-Klimakonferenz hat jetzt in Paris ehrgeizige Ziele zum Klimaschutz vereinbart, die in vielen Stellungnahmen begrüßt werden, aber auch Kritik an der mangelhaften Konkretion von Umsetzungsmaßnahmen wird deutlich.


Mit der Pariser Vereinbarung setzen sich die beteiligten Staaten das Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter "weit unter" zwei Grad Celsius zu beschränken. Darüber hinaus sollen sogar Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen. Die jeweiligen nationalen Klimaschutzziele sollen ab 2023 alle fünf Jahre überprüft und nachgebessert werden. Die Staaten vereinbaren ein gemeinsames System von Berichtspflichten und Transparenzregeln. Jedes Land soll Bilanzberichte seines CO2-Ausstoßes vorlegen. Dabei wurden jetzt im Unterschied zu vorhergehenden Verhandlungen auf UN-Klimakonferenzen als Basis keine CO2-Obergrenzen der einzelnen Staaten diskutiert, sondern deren Klimabeiträge. Über deren Umsetzung müssen sie in Zukunft Rechenschaft ablegen.

Zudem wurde vereinbart, dass die Industriestaaten arme Länder beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Erderwärmung unterstützen. In einer begleitenden Entscheidung ist die Zusage festgehalten, dass die Industrieländer ab 2020 (bis 2025) jährlich 100 Milliarden Dollar für arme Staaten bereitzustellen.

Starkes Signal, dem entschlossenes Handeln folgen muss

Das Pariser Verhandlungsergebnis wird in Deutschland weitgehend positiv aufgenommen, wie eine Zusammenstellung von Expertenmeinungen des Rats für Nachhaltige Entwicklung zeigt. ?Das ist ein starkes Signal ? aber auch nicht mehr?, lautet beispielsweise die Beurteilung Hubert Weigers, des Vorsitzenden des Umweltverbandes BUND. Er weist darauf hin, dass die Klimaschutzmaßnahmen, die von den Staaten bisher zugesagt wurden, ?bei weitem nicht reichen? werden, um das 2 Grad-Ziel einzuhalten. Die Klimaschutzpläne der einzelnen Länder müssten schnell nachgebessert werden, die bislang vorgesehenen Korrekturmechanismen kämen zu spät. Für die deutsche Klimaschutzpolitik sieht er mit Olaf Tschimpke dem Präsidenten des NABU, jetzt vor allem die Aufgabe, den Ausstieg aus der Kohle zu organisieren, die deutliche Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sieht als große Chance, dass jetzt Kapital aus der Finanzierung fossiler Energien abgezogen werde, weil hier Investitionen nach dem Pariser Beschluss nicht mehr rentabel seien. Die Tendenz zum Divestment werde verstärkt. Das erwarten auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Claudia Kemfert und Hans-Joachim Schellnhuber. Sogar die Bank of England empfiehlt danach eine solche Strategie.