future-Newsletter 5/2012

11.10.2012

Ökostrom: Unternehmen und Verbraucher wollen mehr

Unternehmen und Verbraucher wünschen sich eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Mehr bezahlen wollen sie dafür auch, selbst für mit Ökostrom hergestellte Produkte. Allerdings geht die Bereitschaft in Erneuerbare Energien zu investieren zurück, zumindest bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Mehr Ökostrom wollen 85 Prozent der Verbraucher. Dafür würden sie auch höhere Preise zahlen. Tatsächlich investieren weltweit auch immer mehr Unternehmen in regenerative Energien. An der Spitze stehen Wasser- und Windkraft, gefolgt von Biomasse und Abfall. Leider stockt der Wandel zur grünen Energie: während ein Teil der Unternehmen überwiegend auf grüne Energie setzt, bezieht der größte Teil immer noch Strom aus fossilen Quellen.

Das ist das Ergebnis der beiden Studien ?Global Consumer Wind 2012? und ?Corporate Renewable Energy Index Report? (CREX). In Auftrag gegeben hat sie der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas Wind Systems A/S. Vestas ist gegenwärtig das größte Unternehmen der Branche mit einem Umsatz von 6 Milliarden Euro (2008) und einem Marktanteil von 20 Prozent.

Sorge um Klimawandel treibt

Die weltweite Studie ?Global Consumer Wind 2012? besagt, dass eine große Mehrheit von 85 Prozent der Verbraucher sich mehr Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wünscht. Denn fast die Hälfte der Verbraucher sieht den Klimawandel als eine der drei größten Herausforderungen der Zukunft (45%). Daher würden knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten für mit grünem Strom hergestellte Produkte tiefer in die Tasche greifen. Windenergie schneidet besonders gut ab: Für mit Strom aus Windenergie produzierte Waren würden sogar fast zwei Drittel (62 Prozent) mehr Geld ausgeben.

Große Unternehmen investieren mehr

Große Unterschiede gibt es auf Unternehmensseite. So decken 30 Prozent der untersuchten Firmen ihren aktuellen Energiebedarf noch zu weniger als fünf Prozent aus erneuerbaren Quellen. Allerdings haben einige Vorreiter bereits komplett auf nachhaltige Energie umgestellt, und immer mehr Unternehmen stellen sich ebenfalls auf die steigende Nachfrage ein. So zeigt der Corporate Renewable Energy Index Report 2012 (CREX), dass große Firmen zunehmend in erneuerbare Energien investieren. Im Jahr 2011 lenkten sie laut der Studie 237 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Dagegen investierten die Unternehmen nur 223 Milliarden US-Dollar in die konventionelle Stromerzeugung. In Deutschland finden sich etwa die Allianz, Altana, Deutsche Bank, Deutsche Telekom und SAP unter den Top 10 der Unternehmen, die bislang am stärksten auf erneuerbare Energien setzen.

Windkraft an zweiter Stelle

International setzen die meisten Unternehmen bisher auf Wasserkraft (47% bei bekannter Quelle), gefolgt von Windenergie (29%) und Elektrizität aus Biomasse und Abfall (zusammen 23%). Beim Bezug erneuerbarer Energie greifen die meisten im CREX-Index gelisteten deutschen Unternehmen bislang auf Renewable Energy Certificates (REC) zurück. 83 Prozent nutzen diese Lösung. Green Pricing> folgt an zweiter Stelle, während der Kauf von Power Purchasing-Agreements (PPAs) von unabhängigen Energieherstellern eine untergeordnete Rolle spielt.

Transparente Studien

Der von Bloomberg New Energy Finance erstellte Corporate Renewable Energy Index will den Grad der Nutzung erneuerbarer Energie rund um den Globus transparent machen. Der CREX 2012 berücksichtigt 389 Unternehmen aus 26 Ländern. Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Für die weltweite Studie ?Global Consumer Wind 2012? befragte das Marktforschungsinstitut TSN Gallup rund 24.000 Verbraucher in 20 Ländern. Die Studie von Vestas Wind Systems untersucht die Präferenzen der Verbraucher bezüglich Energie und deren Interesse an mit nachhaltigem Strom hergestellten Produkten.