future-Newsletter November 2010

07.11.2010

Buch: Fred Luks ? Mit Ironie und Großzügigkeit

Es geht um nichts weniger als die Rettung der Welt! Aber mit Ironie und Großzügigkeit. Was macht man, einem so etwas am Herzen liegt? Der Wirtschaftswissenschaftler Fred Luks hat ein Buch geschrieben. Er ist Nachhaltigkeitsmanager bei der Bank Austria (Head of Corporate Sustainability), forschte einige Zeit beim Sustainable Europe Research Institute (SERI) und an vielen anderen Stationen. Auf der langen Liste seiner Arbeitsplätze ist auch das Wuppertal Institut. Luks ist Wachstumskritiker: ?Wir sind zeitlich endliche (also sterbliche) Wesen, die versuchen, in einer räumlich endlichen Umwelt gut zu leben.? ?Endlich im Endlichen? ist ein Essay, der sich in einem Rutsch lesen lässt. Für uns an ?Nachhaltigem Wirtschaften? Interessierten ist er geradezu süffig, immer fragend und forschend, manchmal etwas pathetisch. Luks kombiniert geschickt natur- und wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse und philosophische Elemente, einige von unerwarteter Seite, und lädt zum Denken ein. Wie andere vor ihm analysiert er zunächst die Begriffsvielfalt der Nachhaltigkeit, um sie zu verlassen und sich der Kontingenz zuzuwenden. Die Fragen nach Richtig oder Falsch, der Austauschbarkeit des Standpunkt sind aber essenziell für seinen Weg der Ironie und Großzügigkeit. Dabei gerät das Ganze nie zum platten Plädoyer für zynisches Beiseitestehen, doch zum ernst gemeinten und gut begründeten Aufruf, bestimmte Dinge einfach nicht zu tun. Das ist im Weltrettungsdiskurs wohl tuend und entspannend, wenn er die Knappheits-Wachstums-Konstruktion untersucht, das Effizienz-Dogma analysiert und für Verschwendung und Großzügigkeit eintritt. Und für eine Nachhaltigkeit 3.0, mit maßvoller Effizienz, viel Suffizienz und Opulenz. Denn ?Effizienz, Technik und Innovation (allein) werden die Welt nicht retten.? (rb)

Endlich im Endlichen, Warum die Rettung der Welt Ironie und Großzügigkeit erfordert, Fred Luks, metropolis 2010, 272 S., 16,80 ?

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