future-Newsletter November 2010

07.11.2010

Umweltschutz durch Internethandel

Der Handel im Internet mit gebrauchten Kameras, Designerjeans oder Couchtischen führt in der Summe zu weniger Neukäufen und damit zu positiven ökologischen Effekten. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das den Gebrauchtwarenhandel auf eBay unter Umweltgesichtspunkten analysiert hat.

Die Forschungsarbeiten wurden vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung (SÖF) gefördert und vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und dem Borderstep Institut in Hannover durchgeführt. Der Online-Marktplatz eBay war aktiv eingebunden. Die breit angelegte Online-Befragung von 6700 eBay-Nutzerinnen und ?Nutzern ergab, dass es von Produktgruppe zu Produktgruppe völlig unterschiedlich ist, inwieweit ein Gebrauchtkauf tatsächlich den Kauf eines fabrikneuen Produkts ersetzt. So hätten ohne eBay 40,4 Pozent der Befragten die gebraucht erworbene Kinderkleidung neu gekauft. Wenn es eBay nicht gäbe, hätten 25,5 Prozent das gebrauchte Notebook neu erworben und über ein Viertel der Käufer von gebrauchten Sofas durch die eBay-Nutzung den Kauf eines neuen Möbelstücks. ?Alle diese durch Wiederverkauf im Internet wegfallenden Neukäufe entlasten jedoch nicht automatisch die Umwelt", betont der Koordinator des Forschungsprojektes Dr. Siegfried Behrendt vom IZT. Wie sich die Nutzungsdauerverlängerung durch den partiellen Ersatz eines Neuproduktes auf die Umwelt auswirkt, könne nur produktspezifisch beantwortet werden.

Dazu hat das Forschungsteam eine Abschätzung vorgenommen und des Weiteren die eBay-Nutzer fünf Verbrauchergruppen zugeordnet. Die Konsumtypen unterscheiden sich, so Professorin Birgit Blättel-Mink von der Goethe-Universität Frankfurt, am Main) in ihren Einstellungen und ihrem Verhalten, weniger nach Einkommen, Geschlecht, Bildungsstand und Alter. Insgesamt, so Behrendt, habe sich das Konsumverhalten durch eBay messbar verändert. Eine Tendenz zum höherwertigen Konsum wird unterstützt und ?Wegwerfen? komme für viele nicht in Frage. Dies biete große Chancen für eine Umweltentlastung. Wie die Hemnisse, die vorhanden sind, überwunden werden können, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenfalls untersucht. Es sei wichtig, so Dr. Jens Clausen vom Borderstep Institut, ?das Vertrauen in Secondhandprodukte zu stärken und die Vielfalt der Handelsplätze und Serviceangebote bekannter zu machen". (gk)

Die Ergebnisse der Studie werden demnächst im Springer Verlag publiziert. -> www.izt.de